A. Leben finden

Neues Leben

Die Sinnfrage ist entscheidend: Ohne Sinn – keine Motivation zur Lebensveränderung. Ohne Basis kein Sinn – ohne Sinn keine Basis.

 „Kann man leben ohne Freude, wenn man keinen Sinn mehr sieht? Ich kann’s nicht!“

Süchtige führen ein tristes, um nicht zu sagen totes Leben. Nicht selten führt dies am Ende auch zum körperlichen Tod, wenn nicht eine entscheidende Wendung passiert. Schlüssel für den Beginn eines ganz neuen Lebens mit sinnvollen Inhalten sind:

1. Wahrheit

Was ist das effektivste Mittel Menschen in Sklaverei zu halten? Die LÜGE. Selbstbetrug, falsche Hoffnungen, Verniedlichung lebensbedrohlicher Gefahren, Heuchelei, sich und andere belügen oder betrügen und vieles mehr, verstricken einen Menschen in immer tiefere Abhängigkeiten. Nur die WAHRHEIT kann diese in den Abwärtstrend führende Lüge stoppen und umkehren. Dies ist ein Schlüssel für jede Art von Befreiung. So, wie das Licht den wahren Zustand einer schmutzigen Wohnung offenbar macht und die Voraussetzung für jede Art von Reinigung ist, so wirkt auch das Evangelium von Jesus Christus als Licht das in allen Lebensbereichen Lügen aufdeckt. Doch jeder Mensch darf selbst entscheiden: Entweder er gesteht sich sein Problem ein oder er rebelliert gegen jede Lebensveränderung. Der Kampf zwischen Lüge und Wahrheit ist einer der härtesten, in dem über den weiteren Verlauf des Lebens entschieden wird. Wo Aufrichtigkeit stärker ist als Stolz und ein Mensch sich von seinem Gewissen und von Gott überführen lässt, da ist Gott nicht fern, denn er rettet den, der ihn anruft. Dort aber, wo die Lüge noch Raum hat, sei es in Worten, Einstellungen oder im Zwischenmenschlichen und wo man sie bewusst duldet, gibt es keinen echten Fortschritt. Aber die WAHRHEIT macht frei, egal wie stark die Fesseln auch sein mögen!

2. Vergebung

Wer vermag mit einem schweren Rucksack beladen ein normales Leben zu führen? Die Lasten, die auf dem Gewissen eines Süchtigen liegen, wiegen weit schwerer: Lüge, Hinterlist, Heuchelei, Betrug gegenüber Familie, Freunden und Bekannten, tiefer Egoismus, andere bestehlen oder ausnutzen und vieles mehr. Ob man sich einredet, das sei alles nicht so schlimm oder ob man die nagenden Anklagen mit zusätzlichen Drogen zum Schweigen bringt, letztendlich weiß jeder, dass er schuldig ist. Solange jemand nicht von dieser Last befreit wird, gibt es keine Heilung. Die Vergangenheit holt einen ein. So ist VERGEBUNG das zentrale Element der „Frohen Botschaft“ die lautet: Gott vergibt Schuld! Dazu kam Jesus Christus in diese Welt um am Kreuz für Sünder zu sterben und sie von der Last der Sünde zu befreien. Er lädt die Mühseligen und Beladenen ein, bei ihm Ruhe zu finden. VERGEBUNG ist wichtiger als körperliche Heilung. Wer weiß, dass Gott ihn begnadigt hat, der wird ein Leben in Dankbarkeit und Freude führen. Aber es wird dadurch auch befähigt denen zu vergeben, die sich an ihm schuldig gemacht haben, denn ihm wurde viel mehr vergeben.

3. Hoffnung

Wenn ein Mensch Vergebung erfährt, kann er seine Vergangenheit getrost hinter sich lassen. Befreit von seiner Gewissenslast hat ein Süchtiger erstmals eine realistische Chance zu einem Neuanfang. Aber auch in Bezug auf seine Zukunft hat sich etwas Entscheidendes verändert: Er hat jetzt eine lebendige HOFFNUNG. Waren früher ein Haus, ein Beruf, ein Lebenspartner seine höchsten Ziele, so weiß er nun, dass er in Gott etwas Stabiles, Unantastbares und Unvergängliches hat. Die Bibel und Jesus Christus geben ihm eine echte Hoffnung und eine Freude, die nicht auf chemischen Substanzen oder Einbildung beruhen, sondern im Innersten erfahren werden. Gebetserhörungen, Charakteränderungen, die man früher nicht für möglich gehalten hatte, das Glauben und Verstehen wichtiger Zusammenhängen in der Bibel geben seiner HOFFNUNG immer mehr Rückhalt. Das heißt jedoch nicht, dass, wer mit Jesus Christus begonnen hat, nicht wieder rückfällig werden kann. Am Anfang ist jeder Ehemalige sehr labil und Dinge wie Struktur, Begleitung, Lebensziele und Festigung in Gottes Wort sind für ihn von größter Bedeutung. So manifestiert sich die Befreiung auf lange Sicht hin.