B. Beziehungen

Erste Schritte

Voraussetzung für jede Hilfe ist der Aufbau einer persönlichen Beziehung. Jeder Hilfesuchende braucht Bezugspersonen zu denen er Vertrauen entwickeln und eine dauerhafte Beziehung aufbauen kann. Viele Notleidende haben gerade in diesem Bereich einen großen Mangel an Vertrauen, kennen keine guten Bindungen, oft bereits aus zerrütteten Familienverhältnissen oder anderen gescheiterten Beziehungen. Sie dürfen lernen sich neu darauf einzulassen.

„Das Drogenproblem ist in erster Linie ein Beziehungsproblem.“

Somit ist ein wichtiger Schlüssel  vertrauensvolle Beziehungen für eine wirkungsvolle Hilfe mit folgenden Werten:

4. Vertrauen

Der beste Arzt kann nicht helfen, wenn sich der Patient verweigert. Um jemanden Rat, Beistand, Trost und Liebe geben zu können, muss VERTRAUEN vorhanden sein. Deshalb kommt dem Vertrauensaufbau eine besondere Bedeutung zu. Die Voraussetzungen liegen weniger in der Methode und in der Intelligenz des Betreuers, sondern in der betreuenden Person selbst: Voraussetzung ist hier eine enge Beziehung zu Gott. Werte wie Integrität und Lauterkeit, ungeheuchelte Liebe und Treue, Geduld und Langmut, aber auch moralische Reinheit sind sehr wichtig. Das macht es dem Hilfesuchenden möglich sich Stück für Stück zu öffnen und sich dort helfen zu lassen, wo die eigentliche Not begraben liegt. Verdrängungsmechanismen werden offenbar und aufgelöst, gestörte Beziehungen kommen in Ordnung, die Kommunikationsfähigkeit wächst, falsche Beziehungsmuster werden geheilt, man lernt zu vertrauen und sich etwas sagen zu lassen. Waren früher Beziehungen oft Mittel um egoistische Ziele zu erreichen, sind sie jetzt heilend und positiv. Das Gefühl von Geborgenheit, das man früher mit der Droge oder unguten Abhängigkeiten zu stillen suchte, wird nun in guten Beziehungen erfahren.

5. Treue

Bedingungslose Liebe und zeitlich unbegrenzte TREUE sind die Basis für eine umfassende, anhaltende, innere Heilung eines Menschen. Das Wort TREUE kann man am besten anhand der idealen Elternliebe beschreiben. Sie ist selbstlos und auf das Wohl des Kindes bedacht, auch wenn dieses nicht fähig ist etwas zu geben. Ein Kind weiß, dass die Eltern immer zu ihm stehen und innerlich mit ihm verbunden sind, selbst wenn temporär eine räumliche oder seelische Trennung vorhanden ist. Elternliebe ist von echtem und individuellem Interesse für die Person gekennzeichnet und ist nicht an Bedingungen geknüpft. Diese Art von Beziehung ist für ehemals Süchtige enorm wichtig. Denn was nutzt ein Airbag, der sich im entscheidenden Moment nicht öffnet? Das wichtigste in allem ist aber: GOTT IST TREU! Dies verspricht Gott in seinem Wort und wir haben dies als Realität gerade in Zeiten größter Verzweiflung erfahren, wo Gott uns tief getröstet und entscheidenden Halt gegeben hat. Auch wenn wir versagen, dürfen wir wissen, dass Jesus treu bleibt, denn er hat eine ewige Entscheidung für die getroffen, die sich zu ihm gewandt haben: „Auch wenn wir untreu sind, er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

6. Gott

Beziehung hat in erster Linie mit anderen Menschen zu tun. Welche Rolle spielt hier Gott? Wenn wir uns selbst kennen, dann wissen wir, wie schwer es ist nach einer Verletzung zu Vergeben, sich zu öffnen, den anderen neu anzunehmen. Weil menschliche Beziehungen von Versagen gekennzeichnet sind, braucht es eine Beziehung zu jemandem, der keine Fehler macht. GOTT ist der Einzige, der uns vollkommen liebt und keine Fehler macht. \r\nVertraut man GOTT, dann kann man auch seinem Mitmenschen vertrauen, obwohl er schwach, sündig und egoistisch ist. Der Mitmensch kann sterben oder sich negativ verändern, aber GOTT bleibt immer derselbe. Nur wenn wir eine Beziehung zu GOTT haben, vermögen wir Menschen zu lieben. Wir können vergeben, weil er uns vergeben hat. Weil uns von Gottes Liebe nichts trennen kann, können wir es aushalten, wenn uns Menschen im Stich lassen – denn ER wird uns nie verlassen. Aus dieser Beziehung zu Gott kommt letztlich die Kraft, die uns befähigt weiterzugehen. Um geben zu können, muss man selbst empfangen. Deshalb ist die Beziehung zu Gott die Quelle der Kraft, die uns befähigt Dinge zu tun, zu denen wir nicht imstande wären.